Filmsets und Shootings, die ihre Schauspieler oder Models bei gefährlichen Szenen nicht schützen
Tim hatte eine Statistenrolle in Südkorea. Was ihm niemand sagte: Ein Auto sollte wenige Meter entfernt explodieren und wurde direkt über seinen Kopf geschleudert.

Meet The Muse Team
Editorial Team
May 01, 2026

Bei MeetTheMuse lieben wir Geschichten von hinter den Kulissen. Manche sind herrlich komisch und unterhaltsam, andere lassen einem die Augen aus dem Kopf treten. Die Geschichte, die wir euch heute erzählen, ist von der Sorte, die einem den Atem verschlägt und einen fragen lässt, wie so etwas überhaupt passieren konnte.
👤 Tim, ein Model wie jedes andere… bis zu diesem Tag
Um die Anonymität des Models zu wahren, das uns diesen Tag geschildert hat, geben wir ihm einen Decknamen. Nennen wir ihn Tim.
Tim hatte eine Statistenrolle in einem Werbedreh in Südkorea ergattert und freute sich darüber. Er hatte das Briefing gelesen, alles schien klar. Am Set angekommen, wurde er geschminkt, frisiert, zog seine Kleidung an und drehte ein paar Szenen. Kurz gesagt: ein Tag wie jeder andere.
Dann kam die Pause. Man brauchte ihn gerade nicht, also wurde ihm vorgeschlagen, mit einem anderen Model zur Seite zu treten, während andere Aufnahmen gemacht wurden. Was niemand ihnen gesagt hatte: Diese Aufnahmen hätten ihn und seinen Kollegen an diesem Tag schwer verletzen oder sogar auf der Stelle töten können. Denn nur wenige Meter entfernt wurde die Explosion eines ganzen Autos gefilmt.
💥 3, 2, 1… BOOM
Eine Chance, eine Aufnahme. Alle hielten den Atem an. 3, 2, 1... BOOM. Tim sah das Auto explodieren. Aber nicht nur explodieren es wurde in die Luft geschleudert, direkt über ihn hinweg. Die Zeit schien einzufrieren. Niemand am Set bewegte sich. Tim sah sein Leben an sich vorbeiziehen.
Manche werden sagen, Gott habe sie beide beschützt, andere, dass sie schlicht unverschämtes Glück hatten. Tatsache ist: Das Auto landete nicht auf unseren beiden Models und kam mehrere Meter weiter zum Stillstand.
Erst im Nachhinein enthüllte Tim das ganze Ausmaß des Problems: An diesem Tag hatte ihn niemand über die Anwesenheit von Sprengstoffen informiert. Kein Gefährdungsvertrag war ihm vorgelegt worden, keine Risikoprämie war ihm angeboten worden. Man hatte ihm weder Gehörschutz noch Schutzkleidung noch irgendeine andere Art von Schutz zur Verfügung gestellt. An diesem Tag war unser Tim schlicht dem Tod knapp entkommen.
⚖️ Was das Gesetz zum Schutz von Models und Schauspielern bei gefährlichen Szenen vorsieht
Tims Geschichte ist erschütternd, aber sie ist alles andere als ein Einzelfall. Der erste Reflex noch bevor man irgendetwas unterschreibt muss sein, sicherzustellen, dass das Briefing vollständig ist. Denn dort entscheidet sich oft alles.
📋 Das Briefing muss immer glasklar sein
Wenn ihr unsere Artikel bereits gelesen habt, wisst ihr sicher, welche Bedeutung wir dem Briefing von Models beimessen. Warum? Weil ein Model, das gut über den Tagesablauf, das Geplante und die Szenen, die es drehen soll ob gefährlich, intim oder nicht informiert ist, sich vor Ort weder in die Falle gelockt noch vor vollendete Tatsachen gestellt fühlt. Denn nicht jeder ist notwendigerweise wohl bei bestimmten Arten von Szenen, und das ist völlig legitim.
Selbst wenn das Briefing euch klar erscheint, zögert nicht, diese Fragen zu stellen, bevor ihr einen Auftrag annehmt:
- Wird es gefährliche Szenen geben? Wie Explosionen, Feuer oder andere Situationen mit körperlichem Risiko?
- Wird es intime Szenen oder Nacktheit geben? Wenn ja, mit wem und in welchem Kontext?
- Findet der Dreh oder das Shooting an einem risikoreichen Ort statt, etwa in den Bergen oder auf dem Meer?
Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen ja lautet, betrachtet dieses Briefing als einen ersten Vertrag. Aber geht weiter: Fragt immer, wie ihr im Falle eines Unfalls oder eines Problems am Set entschädigt werdet. Eine Risikoprämie kann angeboten werden oder ein spezifischer Schutzvertrag. Lest in jedem Fall immer sorgfältig, bevor ihr unterschreibt niemals blind.
Denkt auch daran zu fragen, ob Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt wird: Helme, Warnwesten, Masken bei giftigen Gasen oder sonstige der Situation angemessene Ausrüstung. Was unser Tim leider nicht erhalten hatte.
Bei intimen Szenen, wenn ihr euch unwohl fühlt, sollte euch auch die Möglichkeit gegeben werden, euch zurückzuziehen und draußen auszuruhen. Eine Regel gilt immer: kein Zwang zum Zuschauen, und wenn euch etwas stört, habt ihr das Recht, es zu sagen.
Kurz gesagt: Ihr müsst wissen, wie ihr eure Grenzen setzt und den Tagesablauf klärt, noch bevor ihr einen Fuß ans Set setzt.
Und wenn ihr mit MeetTheMuse arbeitet, könnt ihr dem Recruiter, der euch engagiert, vorschlagen, ein Briefing direkt auf unserer Plattform zu erstellen. Dieses Tool hilft ihm, nichts zu vergessen, denn viele Recruiter übersehen bestimmte Details und für manche ist es sogar das erste Mal, dass sie ein Briefing verfassen. Seien wir also nachsichtig, aber bleiben wir wachsam.
💡 Auch lesenswert: Möchtet ihr wissen, was Recruiter wirklich von euch am Set erwarten? Wir erklären alles in diesem Artikel: Freelance-Model oder Agentur: Was ist der richtige Weg für dich?
🕐 Und nach dem Dreh?
Über das Vorher und Währenddessen wird viel gesprochen über das Danach kaum. Dabei können manche Situationen Folgen haben, die sich am Set nicht sofort zeigen. Ein Gehörschaden nach einer Explosion, ein psychisches Trauma nach einer schwierigen Szene, eine Verletzung, die sich erst am nächsten Tag bemerkbar macht. Es ist daher wichtig zu wissen, dass ihr eine Frist habt, um jeden Vorfall oder Schaden, den ihr bei einem Dreh erlitten habt, zu melden. Bewahrt immer eine Kopie eurer Verträge auf, notiert die Kontaktdaten des Produktionsverantwortlichen, bevor ihr das Set verlasst, und wenn ihr in den folgenden Stunden oder Tagen irgendetwas Ungewöhnliches spürt, meldet es sofort schriftlich. Eine Nachricht, eine E-Mail, ein schriftlicher Nachweis kann den Unterschied machen, wenn ihr später eure Rechte geltend machen müsst.
🎙️ Ein Wort an Recruiter und Produktionen
Dieser Artikel ist nicht dazu da, mit dem Finger zu zeigen oder jemanden anzuprangern. Die große Mehrheit der Produktionen arbeitet seriös und fürsorglich gegenüber ihren Teams. Aber Unfälle passieren, Versäumnisse auch, und manchmal kann eine schlichte Nachlässigkeit dramatische Folgen haben.
An euch, Recruiter und Produktionen, möchten wir einfach eines in Erinnerung rufen: Gut für eure Models und Schauspieler zu sorgen bedeutet auch, gut für euch selbst zu sorgen. Ein Vorfall am Set ist im Zeitalter sozialer Medien ein Ruf, der innerhalb von Stunden zusammenbrechen kann. Es ist ein langes und kostspieliges Gerichtsverfahren. Es ist ein Model, das nie wieder mit euch arbeiten und überall darüber reden wird.
Ein vollständiges Briefing, ein klarer Vertrag, angemessene Sicherheitsausrüstung und eine fair ausgehandelte Risikoprämie: Das sind Details, die nicht viel kosten, aber alles verändern. Für das Model, das euch vertraut, indem es auf euer Set kommt und für euch.
🛠️ Auch lesenswert: Unvollständige Briefings, unsichere Zahlungen, vage Verträge… MeetTheMuse wurde entwickelt, damit ihr das nie wieder erleben müsst: Meet the Muse: Das unverzichtbare Tool für jedes professionelle Model
😄 Und Tim heute?
Macht euch keine Sorgen um ihn. Tim scheint darüber lachen zu können. Er bewahrt diese Anekdote in einer Ecke seines Gedächtnisses und holt sie bei Partys oder Familienessen für den Sensationseffekt hervor. Manche Erfahrungen prägen ein Leben, und diese hat ihn offensichtlich nicht aufgehalten. Wir wünschen ihm noch viele weitere Jahre am Set diesmal mit etwas mehr Sicherheit.
✉️ Habt ihr eine Geschichte für uns?
Liebe Leserinnen und Leser, egal ob Recruiter oder Model wenn ihr auch eine Geschichte zu erzählen habt wie die von Tim, ob gut oder schlecht, aus der Welt des Modelings und des Filmdrehens, schickt uns euren Bericht an folgende Adresse: contact@meethemuse.com
Wir würden uns sehr freuen, von euch zu lesen. Und wer weiß vielleicht ist eure Geschichte die nächste, die unseren Lesern die Augen aus dem Kopf treten lässt.
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